World Vision eine aktivere Beteiligung von V?tern und Ehem?nnern an der Familienarbeit.

Neues Jahr - neue V?ter

Mehr Gleichberechtigung und weniger Gewalt in der Familie durch das Programm ?Men Care“
Autor: IrisManner  | 
8. Januar 2018
Autor: IrisManner
Gleichberechtigung: Engagierte V?ter durch ?Men Care“-Programm
Gleichberechtigung in dieser indischen Familie

V?ter, die sich partnerschaftlich an der Familienarbeit beteiligen und wichtige Entscheidungen gemeinsam mit ihren Frauen treffen, sind in vielen L?ndern immer noch Exoten. Die vorherrschende Kultur vermittelt den M?nnern, ihr Status h?nge davon ab, wie überlegen sie sich gegenüber Frauen verhalten. Dass ein st?rkeres Engagement gut für ihre Kinder, gut für ihre Frauen und auch gut für sie selbst ist, wissen viele V?ter nicht. 

Der  31-j?hrige Christopher aus Sri Lanka glaubte früher auch, er habe als Mann alle Freiheiten. ?Ich dachte immer, dass die Erziehung und Versorgung der Kinder allein Sache der Frau ist, erz?hlt Christopher. ?Meine Frau stand jeden Tag früh auf, um für die Familie zu kochen und die Kinder für die Vorschule und die Tagesbetreuung vorzubereiten, bevor sie zur Arbeit ging, w?hrend ich geschlafen habe und dann direkt zur Arbeit gegangen bin. Nach der Arbeit habe ich meistens mit meinen Freunden Sport getrieben, und wenn ich etwas Geld hatte, ging ich mit ihnen am Feierabend noch trinken. Keiner von uns fand etwas falsch an diesem Lebensstil.

Christophers Frau Vijayakala fand es auch normal, dass ihr Mann sich kaum um sie und die Kinder kümmerte. Frauen mussten ihre Dreifach-Verantwortung als Geldverdienerin, Hausfrau und Mutter eben irgendwie bew?ltigen. Wie die meisten Frauen in ihrer Gegend im zentralen Hochland von Sri Lanka pflückt sie den ganzen Tag Teebl?tter, w?hrend Christopher nur bis nachmittags in der Fabrik arbeitet. 

Im Hochland von Sri Lanka pflücken Frauen oft den ganzen Tag Teebl?tter.

Isolation und Alkoholismus, geschlechtsspezifische Gewalt und psychische Probleme bei Kindern sind einige der Folgen, die im Zusammenhang mit den getrennten Lebenswelten und ungleichen Machtverh?ltnissen geh?uft auftreten. In den Teeplantagen-Siedlungen stellte unter anderem die Weltgesundheitsorganisation eine besonders starke Verbreitung von h?uslicher Gewalt fest. 

Ich habe nie auf die Meinung meiner Frau geh?rt. So haben wir uns auch bei sehr kleinen Dingen viel gestritten. Ich habe sie sogar manchmal geschlagen. Ich war der Chef. ?Meine Tochter habe ich auch so behandelt.
Christopher, Vater aus Sri Lanka

Als World Vision unter anderem mit Patenschaften Entwicklungsprojekte in den Teeplantagen startete, wurden h?usliche Gewalt und Kindesmissbrauch als gro?e Probleme identifiziert. H?usliche Gewalt wird in der Kultur h?ufig trivialisiert. Ein altes sri-lankisches Sprichwort sagt: ?Es gibt drei Dinge, die man schlagen kann: eine Trommel, einen Hund und eine Frau. Und ein anderes: ?Lassen Sie die Au?enstehenden nicht wissen, dass das Feuer in Ihrem Haus brennt, damit die Opfer schweigen. Laut einer 2013 durchgeführten Studie einer internationalen Organisation stimmten 58 Prozent der Frauen zu, dass eine Frau Gewalt tolerieren sollte, um die Familie zusammenzuhalten.

Frauen zu sensibilisieren und zu st?rken, reicht unter solchen Umst?nden nicht aus. Es ist wichtig, M?nner und Frauen zusammen zu bringen, um das Denken und Handeln zu ver?ndern. World Vision hat daher mit Unterstützung von Promundo international in Sri Lanka und weiteren L?ndern den "Men-Care"-Ansatz in die Gender-Arbeit  eingeführt.

Das "Men Care"-Programm verfolgt das Ziel, das Engagement von M?nnern als Betreuer im Leben ihrer Partner und Kinder zu f?rdern. Die sechs Monate dauernden Workshops behandeln Themen wie die Gleichstellung der Geschlechter, Familienleben, Kinderschutz, die Rechte von Kindern und eine gesunde Entwicklung bei Kindern, Alkoholismus, Finanzplanung und auch praktische übungen wie das Wickeln von Babies. Rollenspiele f?rdern dabei die Interaktion zwischen Ehem?nnern und Ehefrauen, die dabei auch selbst L?sungen für ihre Probleme finden k?nnen.

Christopher aus Sri Lanka beteiligt sich an der Hausarbeit, seit er das "Men-Care"-Programm durchlaufen  hat.
Christopher aus Sri Lanka beteiligt sich an der Hausarbeit, seit er das "Men-Care"-Programm durchlaufen  hat.

?Die Sitzungen haben meine Perspektive auf Ehe und Familie v?llig ver?ndert“, erz?hlt Christopher l?chelnd.  ?Ich beteilige mich jetzt an der Hausarbeit, indem ich zum Beispiel den Kindern helfe, sich morgens fertig zu machen, und indem ich W?sche wasche. Ich streite auch zu Hause nicht mehr oft. Ich habe gelernt, Gespr?che mit meiner Frau und meinen Kindern zu führen, ohne zu schreien oder zu schlagen. Ich kann sehen, dass meine Tochter  jetzt keine Angst mehr vor mir vor mir hat, sondern viel entspannter in meiner Gegenwart ist. Ich wusste nicht, dass es so lohnend sein kann, in ihr Leben involviert zu sein.“

Eine positive Ver?nderung sieht Christopher sogar in seinen ursprünglichen Haupt-Machtbereichen. ?Vor dem Projekt habe ich Geld aus meinem Gehalt für Alkohol ausgegeben, weil ich dachte, dass es mein Recht sei. Aber jetzt habe ich aufgeh?rt zu trinken und zu rauchen“, sagt er. ?überraschenderweise gibt es mir mehr Ausdauer bei der Arbeit. Meine Frau und ich planen unsere Ausgaben für den Monat und wir waren in der Lage, alle Schulden zu begleichen, Sparkonten für die Kinder zu er?ffnen und sogar einen Gasherd zu kaufen.“

Nach der Arbeit verbringt Christopher die meisten Abende mit seiner Frau und seinen Kindern. ?Ich helfe meiner Tochter beim Basteln oder bei anderen Arbeiten, die sie aus der Vorschule mitgebracht hat. Dann mache ich Musik an, damit sie tanzen kann. Sie liebt es zu tanzen“, fügt er hinzu.

Gleichberechtigung: Diskussionsrunde einer "Men-Care-Gruppe in Indien

Eine Auswertung der Programm-Wirkungen hat ergeben, dass 69% der teilnehmenden V?ter den Alkoholkonsum reduziert haben, 66% ihre Partner im Haushalt unterstützen und sich für das Leben ihrer Kinder engagieren und ferner 72% ihr monatliches Budget mit ihrem Partner besprechen. Auch dem Management der ?rtlichen Arbeitgeber sind diese positive Ver?nderungen aufgefallen, bis hin zu einer Steigerung der Produktivit?t. Die Arbeiter h?tten die Gewohnheit des Sparens entwickelt und seien in das Leben ihrer Kinder involviert. 

Auch in anderen asisatischen L?ndern, zum Beispiel in Indien, wurden gute Erfolge mit dem "Men Care"-Programm erzielt. Am nachhaltigsten sind diese Erfolge dort, wo auch andere Akteure in die gleiche Richtung arbeiten. Dazu z?hlen etwa auch die von World Vision gef?rderten Kinderschutz-Netzwerke. 

Gleichberechtigung: Ein indischer Vater hilft seinem Kind beim Geschirrspülen
Gleichberechtigung: Ein indischer Vater hilft seiner Tochter bei den Schulaufgaben.

Ganz ohne Widerst?nde verl?uft der Prozess der Ver?nderung natürlich nicht. ?Einige meiner Freunde ?rgern mich, indem sie sagen, ich mache Frauenarbeit und nennen mich ein Weichei. Sie verstehen nicht, warum ich nicht mehr mit ihnen auf einen Drink gehe. Aber ich werde mich nicht ?ndern. Ich tue das für meine Frau und meine T?chter. Es macht mir so viel Freude, sagt er.

Wie zum Abschluss des Programms versprochen, versucht Christopher sein Wissen und seine Erfahrungen an andere V?ter weiter zu geben. Jeder Erfolg motiviert ihn. ?Ich sehe, wie sich einige von ihnen ver?ndern, und ich sehe die Freude in ihren Familien und sogar bei ihren Nachbarn. Jeder Vater sollte das 'Men-Care'-Projekt durchlaufen, sagt er.

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